Rückzieher

Da die KVB jetzt ja voll ausgezahlt hat, raten wir allen Teilnehmern unserer Aktion “Fristenlösung“, ihren Widerspruch gegen den Hornorarbescheid der KVB unmittelbar zurückzuziehen. Es genügt ein formloser Brief an den Adressaten, an den Sie ihren Widerspruch damals gesandt hatten. Nur so kann sichergestellt werden, dass nicht doch noch eine – aus formalen Gründen unvermeidbare – “Berabeitungsgebühr” anfällt. Auch das von uns angestrebte “Musterverfahren” entbehrt nun jeder Grundlage und wird daher nicht weiter verfolgt. Schön, dass es sich dabei nicht um einen Fall-Rückzieher sondern um einen Gewinn-Rückzieher handelt. Bleibt zu hoffen, dass sich die Aktion “Bayern ohne Notarzt” mittelfristig ganz erübrigt… wir abrbeiten weiter daran.

So geht’s: das Positionspapier der agbn

Im vergangenen Jahr haben agbn, Regionalvertreter und unzählige Mitstreiter auf unterschiedlichsten Wegen alles versucht, die Misere im bayerischen Notarztdienst zu beseitigen. Das zu erwartende Desaster wurde zwar regelhaft abgewehrt, mehr als eine jeweils kurzfristig erfolgreiche Abwehrschlacht ist aber nie gelungen. Substanzielle Fortschritte konnten nicht erzielt werden, denn im Zweifelsfalle hieß es bei allen vorgebrachten, sinnvollen Lösungsvorschlägen: “das geht nicht”. Da wurden BayRDG samt Ausführungsverordnung, Datenschutzgesetzgebung, diverse Satzungen und sogar das SGB V zitiert, um zu begründen, warum das Notarztwesen in Bayern so dysfunkt und nicht anders organisiert werden muss. Anstelle die Probleme zu lösen wurden fleißig neue generiert. Dabei verschanzte sich jeder der administrativen Player hinter Paragraphen und Vorgaben, nach dem Motto “Heiliger St. Florian verschone mich vom Tun, das schaff ich Andren an”. Und es geht doch: Wir stellen hier und heute das Positionspapier der agbn zur Misere im Bayerischen Rettungsdienst vor. Wir haben uns mit Juristen, Verwaltungsfachleuten und sonstigen, im Administrationsdickicht überlegenen Paragraphenermächtigten beraten. So publizieren wir heute nicht nur die Forderungen der Notärzte, sondern stellen auch die Lösungswege vor, über die unsere Forderungen erfüllt werden können. Es geht also doch, vorausgesetzt, die flächendeckende Notarztversorgung in Bayern soll erhalten bleiben. Es geht, alles Andere ist eine Schutzbehauptung. Um nicht im Wahlkampf zwischen den politischen Lagern zerrieben zu werden, veröffentlichen wir dieses Positionspapier mit Forderungen UND Lösungswegen aus der Misere bewusst erst zum Schluss der Wahlkabinen in Bayern. Jetzt Kann niemand mehr behaupten, wir wollten die Notarztversorgung als politisches Instrument für oder gegen wen auch immer utilisieren. Wir wollen einen funktionierenden, flächendeckenden Notarztdienst in Bayern, ohne Wenn und Aber zum Schutz unserer Patienten und zur Zufriedenheit unserer Kolleginnen und Kollegen. Jetzt kann keiner mehr sagen kann, er könne die wohlüberlegten Forderungen der Notärzte nicht erfüllen, da ihm dank dieser oder jener Vorgabe die Hände gebunden seien. Es bedarf keiner Kreativität oder Inspiration. Wir zeigen wie es geht und die gewählten Vertreter in allen administrativen Gremien brauchen nur noch ihren guten Willen zeigen. Ob sie den haben, werden wir rasch erkennen können. Daran werden wir sie messen.

Freude schöner Blaulichtfunken

Es hat gefunkt könnte man meinen. Soeben ist die Presseerklärung des Bayerischen Innenministeriums online gegangen, in der unter dem Titel “Finanzierung der Notarztversorgung ist sichergestellt – Notarztdienst zukunftsfähig gestalten” eine zweiteilige Botschaft an die Bayerischen Notärzte ergeht:
  • die Finanzierung des Notarztdienstes sei sicher
  • die Ärger-Themen sollen konstruktiv angegangen werden
Nun sind wir es nach den vorausgegangenen Verlautbarungen unterschiedlicher Interessensvertreter gewohnt jedes Wort skeptisch zu hinterfragen. Was also findet sich konkretes in Bezug auf die Finanzierung? Da heißt es die Finanzierung der geleisteten Einsätze 2013 sei “sichergestellt”. Die Verhandlungen für 2014 sollen noch im Herbst zu einem Ergebnis gebracht werden. Und schließlich sei es Ziel (da legt man sich nicht fest ob für 2013 oder 2014 oder für beide) auch “das Vergütungsniveau der notärztlichen Leistungen sicherzustellen”. Alles zusammen also irgendwie doppelt sicher. Wir wollen nicht unken. Wir gehen also per akut davon aus, dass bei positiver Interpretation das Niveau der Vergütung der letzten Jahre gehalten wird und die unsinnigen Kürzungs-, Beschneidungs- und Deckelungsgedanken vom Tisch sind. Da die Pressemeldung die Kostenträger ausdrücklich mit einschließt werden wir diese – wie die KVB – beim Wort nehmen. Es werden zudem Mittel der Strukturförderung zur Verfügung gestellt, um einsatzschwache Gebiete zu unterstützen. Na prima, die werden wir aber vermutlich dauerhaft brauchen. Von vorübergehend spricht aber auch niemand, nur um auch das festzuhalten. Leider liest man auch nichts vom aufgelaufnenen Defizit der Vorjahre. Wir gehen davon aus, dass auch das vom Tisch gefegt und nicht nur unter dem Teppich gelandet ist, oder müssen wir das damalig Auszahlungsniveau noch rückkürzen. Das glauben wir nicht, niemals. Das wäre… Nein, Nein, das Problem ist sicher intern gelöst, sonst wäre diese Pressemeldung ja höhnisch. Also glauben wir auch hier an das vorgenannte, doppelte Sicherstellungsgebot. Damit, so formuliert das Innenministerium sei die Gesprächsbasis geschaffen, die anderen leidigen Themen konstruktiv zu diskutieren. Namentlich werden Abrechnungsverfahren und Ermächtigungen zur Diskussion gestellt. Eine sehr zu begrüßende Erkenntnis, dass hier über die rein finanzielle Regelung hinaus dringender Diskussions- und Änderungsbedarf besteht. Die Notarztabrechnung und -ermächtigung auf dem Bierdeckel – das wäre doch ein Ding. In jedem Fall werden wir die beste Lösung in einer Diskussion erarbeiten und nicht wie zuletzt üblich auf Amtsschimmel komm raus einfach festlegen und verordnen. Wir jubeln und preisen also, dass es jetzt eine “Grundlage” gegeben soll, den Notarztdienst in Bayern dauerhaft sicherzustellen und zukunftsfähig zu gestalten. Die Realität wird uns lehren, ob diese Grundlage dem Druck der mächtigen Interessensverbände standhält oder doch wieder verweichlicht. Bis zum Beweis des Gegenteils – den wir nicht erbringen wollen – gehen wir aber davon aus, dass in den kommenden Wochen konkrete Informationen von Kassen und KVB zum Thema Abrechnungsverfahren und vom Innenministerium zum Thema Ermächtigung auf den Weg gebracht werden, damit wir rechtzeitig vor der Wahl alle glücklich sein können und endlich alle Beteiligten unverhalten bejubeln und vorzüglich preisen. Also nicht unken sondern ans Gute glauben: Danke Innenministerium! Danke Gesundheitsministerium! Danke Kostenträger! Danke KVB! Wir nehmen Euch beim Wort. Es gilt: Eine erfreuliche Wende in einzelnen Formulierungen, die wir vor einigen Wochen so noch nicht hören durften. Wir freuen uns, dass alle Mühen zunächst dieses kleine Ziel erreicht haben. Der Weg zu einer sinnvollen Sicherung des Bayerischen Notarztdienstes scheint geöffnet und alle sagen, sie gehen ihn mit. Wir haben beim Öffnen zusammen mit unermüdlichen Kolleginnen und Kollegen feste mitgeholfen, wir wollen natürlich nicht auch noch beim Gehen helfen – aber Sie kennen uns ja mittlerweile: wenn es sein muss werden wir schieben – trotz all der Hitze.

Uups: Geheimnisverrat

Im Vergleich ist uns aufgefallen, dass sich der bei uns publizierte Brief der ZAST von dem auf einer anderen Homepage unterscheidet. Dort finden sich zwei geschwärzte Bereiche mit der Beschriftung “Vertrauliche Inhalte aus der Schiedsstellenvereinbarung”. Die fanden sich bei uns nicht, daher bitten wir um Verzeihung, sie in unserer Blau-licht-äugigkeit – wie übrigens im Anfrage-Schreiben bereits angekündigt – öffentlich gemacht zu haben. Kleine Nachfrage: Woher kennt die ZAST die Inhalte der so geheimen Schiedsstellenvereinbarung? Wir Notärzte waren trotz wiederholt vorgertragener Bitte und sogar vorliegender Einladung durch die KVB auf Veranlassung des Gerichts weder als Teilnehmer, noch als Berater oder Zuschauer bei der Verhandlung vor dem Schiedsgericht zugelassen.

Antworten kommen, Fragen bleiben

Wie angekündigt finden Sie hier die Antworten auf unsere an Landtag, Kassen, KVB, Innenministerium und ZAST gerichtete Umfrage vom Mai 2013. Wir haben es uns nicht leicht gemacht, indem wir diese Antworten zunächst nicht publiziert sondern zurückgehalten haben. Gerade jetzt, wo es sich abzeichnet, dass vielleicht doch eine Lösung der Notarztmisere in greifbare Nähe rückt, wollten wir vermeiden, durch die Veröffentlichung der in der Tat sehr unterschiedlichen und an einzelnen Stellen durchaus provozierenden Schreiben erneut eine unnötige Schärfe in die Diskussion zu bringen. Sie werden verstehen, dass wir uns wegen des aus unserer Sicht unglücklichen Taktierens an anderer Stelle – um uns nicht weiter dem Vorwurf der Informatzionsunterdrückung auszusetzen – leider gezwungen sehen, die vorgenannten Schreiben zu publizieren. Dass wir diese nicht unkommentiert lassen können und wollen ist selbstverständlich. Landtag: Die Präsidentin des Bay. Landtages hat geraten, unsere Anfrage bei der Anhörung im Gesundheitsausschuss zu diskutieren. Dort wurden unsere Fragen leider nicht beantwortet. Kassen: Anfrage, Antwort, Kommentar KVB: Anfrage, Antwort (Anhang), Kommentar Innenministerium: Anfrage, Antwort, Kommentar ZAST: Anfrage, Antwort, Kommentar Als Fazit müssen wir mit großem Bedauern feststellen, dass das gewünschte Zahlenwerk, das es uns vielleicht ermöglicht hätte, die Geldflüsse endlich zu verstehen oder vielleicht sogar der für niemanden mehr nachvollziehbaren Millionen-Algebra die Wurzel zu ziehen, leider nicht vorgelegt wurde. Einzig die KVB hat die angefragten Zahlen vorgelegt. In wieweit diese der Realität entsprechen können wir, mangels Angaben von anderer Seite, nicht überprüfen. Einzig bei der KVB mussten wir wegen einer für uns nicht nachvollziehbaren Zahlenangabe nachfragen. Das Ergebnis der Nachfrage hat unser migräniformes Verständnis der Vergütungswirrniss im bayerischen Notarzsystem vertieft. Nachfragen bei den anderen Antwortgebern haben sich erübrigt, da alle anderen Angefragten Statements statt Zahlen vorgelegt haben. Am Erstaunlichsten fällt auf, dass es keiner der Angefragten (n=5, Antwort=0) gewagt hat, die Frage: “Welcher Pauschalpreis ist Ihrer Meinung nach für einen notärztlichen Einsatz adäquat?” zu beantworten. Das zeigt eine signifikante Mutlosigkeit (p<0,01). Wir werden Ihnen daher demnächst an dieser Stelle auch das Ergebnis unserer Umfrage unter Notärzten und Patienten zu diesem Thema zur Kenntnis bringen – nicht erhellend aber durchaus betrachtenswert. Antworten kommen, Fragen bleiben, Geduld geht.

Schade, aber manche mögen’s heiß

Was macht eigentlich bayern-ohne-notarzt.de? Was macht die agbn? Warum ist auf dieser Seite seit einem Monat Funkstille? Berechtigte Fragen. Hier ist die Antwort: Natürlich liegen uns die Ausführungen der Angefragten zur agbn-Fragebogenaktion längst vor. Natürlich gibt es jede Menge zwischenzeitlich Berichtenswertes. All das ist aber leider eher geeignet Öl ins Feuer der Misere zu gießen, während andererseits tatsächlich langsame aber erfreuliche Bewegung in den Verwaltungsapparat zu kommen schien. Zarte Pflänzchen soll man nicht zertreten. Dass wir “nebenbei” nicht untätig waren wird uns mancher glauben, manch anderer nicht. In jedem Fall wollten wir den Beteiligten unter dem bereits bestehenden, eigentlich genügend großen öffentlichen Druck ein wenig Zeit und Ruhe geben, sich vernünftig (Duden: Voller Vernunft, einsichtig und besonnen. Sinnvoll, einleuchtend, überlegt. Den Erwartungen entsprechend; ordentlich, richtig) zu einigen. Nur deshalb hatten wir uns schon beim Versand der Fragebögen nicht festgelegt, wann wir planen die Antworten zu veröffentlichen. Das war vorausschauend gedacht und sollte allen Betieligten im Fall des Falles Zeit geben, denn es war ja einerseits zu vermuten, dass die Publikation der Antworten nicht wirklich zur Befriedung der Situation beitragen würde. Andererseits hatten wir wirklich gehofft, die versammelte Verwaltungsbranche könnte nach stattgehabtem lautem Wiehern nun endlich zur Vernunft kommen. In der Tat waren einige erfreuliche Teilerfolge zu verzeichnen:
  • Die Anhörung im Gesundheitsausschuss zeigte zumindest den beeindruckend wenigen anwesenden Abgeordneten (die folgenden Zitate stammen von eben diesen)  was für einen “wahnsinnigen Papiertiger” man gebastelt hat und dass “niemand verstehen kann” warum die Notarzt-Abrechnung “so ist, wie sie ist”.
  • Die KVB hatte uns zugesichert, die zahlreichen Widersprüche gegen den Honorarbescheid für das 4. Quartal 2012 primär in einem Musterverfahren “Sefrin gegen KVB” zu bearbeiten und damit nur einem die berüchtigten 100€ in Rechnung zu stellen. Nach Abschluss des Musterverfahrens würden alle anderen Notärzte gefragt werden, ob sie – falls überhaupt noch erforderlich – bei ihrem Widerspruch bleiben und erst dann würden die 100€ in Rechnung gestellt.
  • Die bescheidenen Infromationen zum letzten 8 oder vielleicht auch ein paar Mehr-Augen-Gespräch, die uns bisher erreichten, klangen begrenzt verheißungsvoll. Man schien sogar bereit zu sein von relativ einseitig liebgewordenen Positionen abzurücken.
  • Die Freien Wähler haben einen Dringlichkeitsantrag gestellt, der unsere Positionen zu 100% abdeckt und dem sich der Landtag (der das uns so quälende BayRDG übrigens fraktionsübergreifend einstimmig beschlossen hatte) eigentlich nicht entziehen kann.
  • Die SPD hat sich ebenso mit einem Dringlichkeitsantrag engagiert, der eher kritisch hinterfragt, aber auch erkennbar unsere Interessen (d.h. die von Notärzten und Patienten) vertritt.
  • Die Staatskanzlei hatte uns in einem Schreiben vom 3.7. mitgeteilt, dass man dem Ministerpräsidenten unsere schriftlich vorgetragene Besorgnis um den Notarztdienst in Bayern zur Kenntnis gebracht habe und dass wir von Seiten des Innenministeriums diesbezüglich Nachricht erhalten werden.
Öl ins Feuer der Notarzt-Misere gießen, das wollten wir noch nicht. Nun betätigen sich aber Andere im Sinne der Informationsfreiheit um nun “Transparenz – in voller Länge” zu ermöglichen. Transparenz? Das klingt irgendwie nach durchsichtig. Ein druchsichtiges Manöver? Nun, dann ist es an der Zeit, dass auch wir Transparenz zeigen. Morgen – nach der Entscheidung über die Dringlichkeitsanträge – werden wir an dieser Stelle alle Antworten, die uns erreichten veröffentlichen, allerdings mit Kommentaren, die wir uns im Interesse des Verhandlungsfriedens gerne noch verkniffen hätten. Von der Titelseite der an so viel Transparenz interessierte Website soll hier noch zitiert werden: Das Portal “wurde im Auftrag des Bayerischen Staatsministerium des Innern und der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Krankenkassenverbände etabliert” und wird “in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der Zweckverbände für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung in Bayern (ARGE ZRF Bayern), der bayerischen Landesärztekammer (BLÄK), der kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) der Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte (agbn) und dem Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement im Klinikum der Universität München (INM) betrieben und gestaltet”. Zumindest die agbn war über diesen “Transparenz-Schritt” nicht informiert. Bisher dachten wir, die ÄLRD hätten andere Aufgaben, jetzt sind sie offenbar in der Berufspolitik angekommen. Schade eigentlich.

Die nächsten Tage sind um – Patienten rettet den Notarzt!

“Wir haben heute im Rahmen einer intensiven Diskussion nach Wegen gesucht, um die aktuellen Probleme im Bereich des Notarztdienstes zu lösen. Die Lösungen werden wir – nach endgültiger und noch notwendiger Abstimmung mit allen an der Finanzierung des Notarztdienstes Beteiligten – in den nächsten Tagen vorstellen”. So hieß es am 28.5. im Namen von Innenministerium, Gesundheitsministerium, AOK und KVB.

Wir hatten empfohlen, anhand der Formulierung des Jubelpapiers skeptisch zu bleiben. Das war wohl erkennbar mehr als gerechtfertigt, denn die einstellige Tagesfrist der “nächsten Tage” ist nun um, die mehrstellige Tagesfrist der “übernächsten Tage” beginnt. Es wird wohl noch gesucht, aber wer so lange sucht der regelhaft nix findet. Wer da wieder mal versucht wen über welchen Tisch zu ziehen entzieht sich unserer Kenntnis, alleine das ist klar: bis heute gibt es keine Erkenntnisse, die darauf hindeuten, dass mehr als ein Verschieben der Lösung auf die Zeit nach der Wahl zugesagt wurde.

Wir empfehlen daher neben der o.g. Skepsis auch die zwischenzeitlich in wunderschönem Hochglanzdruck verfügbaren Plakate und Postkarten, die wir hier im Blog bereits vorgestellt haben, bei der agbn anzufordern (info@agbn.de) und zu verschicken. Ein bisschen Aufmerksamkeit und Dankbarkeit unserer (ggf. potenziellen) Patienten sollte erreichbar und dem Einen oder Anderen MdL vermittelbar sein. Postern Sie Ihre Praxis und ihre Notaufnahme. Verteilen Sie Postkarten an jeden, dem sein Notarzt lieb und teuer ist. So dürfen die Patienten nun den Notarzt retten und brauchen nicht mal ein Blaulicht dazu.

Sieg nach Punkten?

Erstens: Unsere Aktion “Wissen ist Macht” war ein voller Erfolg. Gestern spät am Abend trafen die letzten Antworten auf die Umfrage, die wir Anfang Mai gestartet hatten, zeitgerecht ein. Das Bayerische Staatsministerium des Inneren, die Zentrale Abrechnungsstelle für den Rettungsdienst Bayern GmbH, die Kassenärztliche Vereinigung in Bayern, die Kostenträge und an der Bayerische Landtag haben ausführliche Antwortschreiben geschickt. Die werden wir jetzt wie angekündigt ebenso ausführlich studieren, um sie dann – nachdem wir ggf. Missverständliches durch Rückfragen geklärt haben – zu veröffentlichen. Bleiben Sie gespannt! Zweitens: Die für die Organisation des Bayerischen Notarztdienstes verantwortlichen Führungskräfte haben sich offenbar heute geeinigt, alle angelaufenen Probleme auf sinnvolle Art und Weise zu lösen. Dies impliziert eine soeben veröffentlichte Pressemeldung von Ministerien, Kassen und KVB.* Überprüfbar anhand harter Daten und Fakten ist der proklamierte Erfolg aber noch nicht, im Gegenteil, die Formulierungen machen mehr als skeptisch. Bleiben Sie wachsam! Also: Natürlich noch kein Sieg. “Erstens” wurde ein Etappenziel wurde erreicht, “Zweitens” eine Lösung in Aussicht gestellt. Das ist erfreulich und ein guter Grund unsere Bemühungen nicht einzustellen. Daher: Drittens: Die Plattform Bayern-ohne-Notarzt ist und bleibt aktiv, mindestens bis wir uns sicher sind, dass wir die unter “Erstens” gegeben Antworten verstehen und sich die unter “Zweitens” angedeuteten Versprechungen erfüllen. Bleiben Sie uns treu! — * Da uns am Tag der Veröffentlichung offenbar fälschlicherweise eine Vorab-Version der Presseerklärung erreichte, haben wir jetzt (31.5. 15Uhr) die endgültige Version eingestellt. In dieser Version fehlen erfreulicherweise zwei wirklich ungeschickte Formulierungen, inhaltlich steht aber nichts neues drin. In diesem Kommentar wurden daher zwar die nun nicht mehr gültigen Zitate entfernt,  inhaltlich bleibt aber auch hier alles beim “Alten”.

Notärzte drucken weiter… Drucken Sie mit

Es ist an der Zeit, dass die Notärzte sich mit ihren (potenziellen) Patienten öffentlich zum Erhalt des Bayerischen Notarztsystems bekennen. Dabei sind wir gerne behilflich. poster_bildHier finden Sie Plakate, um in Ihrer Praxis, in den Notaufnahmen der Krankenhäuser und an allen anderen geeigneten Orten auf unser Problem aufmerksam zu machen. Hier finden Sie Postkarten, die Sie und unsere “Sympathisanten” an den jeweiligen MdL schicken sollten. Post macht Freude, Post macht Freunde! Die Namen und regionalen Zugehörigkeiten unserer Landtagsabgeordneten finden Sie hier. Den Ausdruck der Plakate können Sie mit Hilfe des Programmes Acrobat Reader auf Papier im Format DIN-A4 oder DIN-A3, den der Postkarten auf Karton im Format DIN-A6 selbst vornehmen oder Sie bestellen eine Info-Paket (Plakate und Postkarten) bei der agbn  (info@agbn.de). Bitte haben Sie Verständnis, dass der Versand etwa 2 Wochen in Anspruch nimmt, da wir die Druckerei aus Kostengründen erst nach Eingang der Anforderungen beauftragen. Auch Nicht-Mitglieder der agbn können das Info-Paket erhalten, wir bitte Sie aber in diesem Fall, die Portokosten zu übernehmen. Falls Sie Ihrem Abgeordneten statt Postkarte eine Email schicken wollen, finden Sie die Email-Adressen der Abgeordneten hier. Unseren Flyer, der sich hervorragend als Anlage für die Email an Ihren Abgeordneten eignet können Sie hier herunterladen und anhängen. postkarte_bildBitte haben Sie Verständnis, dass wir keine komplett vorgefertigte Email zum Versand über diese Homepage anbieten. Das würde es einerseits erlauben, über unseren Server unkontrolliert Spam zu erzeugen, andererseits hätten solche Mails als Absender immer nur diese Seite, was es einfach machen würde, solche Mails über einen Filter auszublenden oder auch, sie automatisch zu beantworten. UND: Das wollen wir ja nicht :-) Schließlich soll später keiner sagen können, er habe nichts gewußt.

Bescheidener Widerspruch als Fristenlösung

Zur Fristenwahrung empfiehlt es sich – wie es schon unsere eifrig engagierte Kollegin Birgit Baier vorexerziert hat (siehe www.bayerische-notaerzte.de) -, einen Widerspruch gegen den Honorarbescheid für das 4. Quartal 2012 abzugeben. Zwar kann von der KVB hierfür eine “Schutzbegühr” von bis zu 100€ erhoben werden, wenn man seine Unzufriedenheit so offen artikuliert, wir gehen aber davon aus, dass die KVB erst einmal alle Einsprüche sammelt und nach Klärung der aktuell offenen Fragen nachfragt, ob man den Widerspruch aufrecht erhält. Sollte es dennoch gleich einen Hunderter kosten, so wird der nur fällig, falls der Widersprechende verliert… der Einsatz solte es uns also in jedem Fall Wert sein. Hier finden Sie unser Musterschreiben als Word-Formular (nur die Felder ausfüllen und abschicken), als einfaches Word-Dokument und für nicht-Word-Benutzer auch als Hand-Ausfüllbares PDF. Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie eine Kopie Ihres Widerspruchs – auch wenn er sich nicht unseres Formulars bedient – an uns (postalisch an agbn, Sandweg 11, 97078 Würzburg oder per Fax 0931 / 284746 oder gescannt per Mail info@agbn.de) schicken würden. Das gibt uns einen eigenen Überblick über die Zahl der Einspruchssteller.