Freude schöner Blaulichtfunken

Es hat gefunkt könnte man meinen. Soeben ist die Presseerklärung des Bayerischen Innenministeriums online gegangen, in der unter dem Titel „Finanzierung der Notarztversorgung ist sichergestellt – Notarztdienst zukunftsfähig gestalten“ eine zweiteilige Botschaft an die Bayerischen Notärzte ergeht:
  • die Finanzierung des Notarztdienstes sei sicher
  • die Ärger-Themen sollen konstruktiv angegangen werden
Nun sind wir es nach den vorausgegangenen Verlautbarungen unterschiedlicher Interessensvertreter gewohnt jedes Wort skeptisch zu hinterfragen. Was also findet sich konkretes in Bezug auf die Finanzierung? Da heißt es die Finanzierung der geleisteten Einsätze 2013 sei „sichergestellt“. Die Verhandlungen für 2014 sollen noch im Herbst zu einem Ergebnis gebracht werden. Und schließlich sei es Ziel (da legt man sich nicht fest ob für 2013 oder 2014 oder für beide) auch „das Vergütungsniveau der notärztlichen Leistungen sicherzustellen“. Alles zusammen also irgendwie doppelt sicher. Wir wollen nicht unken. Wir gehen also per akut davon aus, dass bei positiver Interpretation das Niveau der Vergütung der letzten Jahre gehalten wird und die unsinnigen Kürzungs-, Beschneidungs- und Deckelungsgedanken vom Tisch sind. Da die Pressemeldung die Kostenträger ausdrücklich mit einschließt werden wir diese – wie die KVB – beim Wort nehmen. Es werden zudem Mittel der Strukturförderung zur Verfügung gestellt, um einsatzschwache Gebiete zu unterstützen. Na prima, die werden wir aber vermutlich dauerhaft brauchen. Von vorübergehend spricht aber auch niemand, nur um auch das festzuhalten. Leider liest man auch nichts vom aufgelaufnenen Defizit der Vorjahre. Wir gehen davon aus, dass auch das vom Tisch gefegt und nicht nur unter dem Teppich gelandet ist, oder müssen wir das damalig Auszahlungsniveau noch rückkürzen. Das glauben wir nicht, niemals. Das wäre… Nein, Nein, das Problem ist sicher intern gelöst, sonst wäre diese Pressemeldung ja höhnisch. Also glauben wir auch hier an das vorgenannte, doppelte Sicherstellungsgebot. Damit, so formuliert das Innenministerium sei die Gesprächsbasis geschaffen, die anderen leidigen Themen konstruktiv zu diskutieren. Namentlich werden Abrechnungsverfahren und Ermächtigungen zur Diskussion gestellt. Eine sehr zu begrüßende Erkenntnis, dass hier über die rein finanzielle Regelung hinaus dringender Diskussions- und Änderungsbedarf besteht. Die Notarztabrechnung und -ermächtigung auf dem Bierdeckel – das wäre doch ein Ding. In jedem Fall werden wir die beste Lösung in einer Diskussion erarbeiten und nicht wie zuletzt üblich auf Amtsschimmel komm raus einfach festlegen und verordnen. Wir jubeln und preisen also, dass es jetzt eine „Grundlage“ gegeben soll, den Notarztdienst in Bayern dauerhaft sicherzustellen und zukunftsfähig zu gestalten. Die Realität wird uns lehren, ob diese Grundlage dem Druck der mächtigen Interessensverbände standhält oder doch wieder verweichlicht. Bis zum Beweis des Gegenteils – den wir nicht erbringen wollen – gehen wir aber davon aus, dass in den kommenden Wochen konkrete Informationen von Kassen und KVB zum Thema Abrechnungsverfahren und vom Innenministerium zum Thema Ermächtigung auf den Weg gebracht werden, damit wir rechtzeitig vor der Wahl alle glücklich sein können und endlich alle Beteiligten unverhalten bejubeln und vorzüglich preisen. Also nicht unken sondern ans Gute glauben: Danke Innenministerium! Danke Gesundheitsministerium! Danke Kostenträger! Danke KVB! Wir nehmen Euch beim Wort. Es gilt: Eine erfreuliche Wende in einzelnen Formulierungen, die wir vor einigen Wochen so noch nicht hören durften. Wir freuen uns, dass alle Mühen zunächst dieses kleine Ziel erreicht haben. Der Weg zu einer sinnvollen Sicherung des Bayerischen Notarztdienstes scheint geöffnet und alle sagen, sie gehen ihn mit. Wir haben beim Öffnen zusammen mit unermüdlichen Kolleginnen und Kollegen feste mitgeholfen, wir wollen natürlich nicht auch noch beim Gehen helfen – aber Sie kennen uns ja mittlerweile: wenn es sein muss werden wir schieben – trotz all der Hitze.

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